EOM veröffentlicht einen neuen Artikel zu einer MERIS Zeitreihe

In der Zeitschrift "Journal of Photogrammetry, Remote Sensing and Geoinformation Science" veröffentlichten wir einen Artikel, in dem aus MERIS Daten eine Zeitreihe zu Wasserinhaltsstoffen im Kummerower See analysiert wurden. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit Brockmann Consult GmbH.

 

Authors: Katja Dörnhöfer, Jorrit Scholze, Kerstin Stelzer, Natascha Oppelt

Titel: Water Colour Analysis of Lake Kummerow Using Time Series of Remote Sensing and In Situ Data. Journal of Photogrammetry, Remote Sensing and Geoinformation Science. 2018. doi.org/10.1007/s41064-018-0046-3

 

Abstract: Das Monitoring von Wasserinhaltsstoffen in Seen mithilfe von Satellitendaten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Bildarchive historischer Satelliten stellen wertvolle Datenquellen dar, um einen Eindruck von der zeitlichen Entwicklung der Konzentrationen zu gewinnen. Diese Studie umfasst eine Analyse des MERIS-Archivs (2003 – 2011) unter Verwendung eines neuronalen Netzwerk-Algorithmus (FUB/WeW), um die Konzentrationen von Chlorophyll-a, suspendierten Schwebstoffen und die Absorption gelöster organischer Stoffe (440 nm) am Kummerower See zu bestimmen. Alle drei Wasserinhaltsstoffe zeigten eine klare Saisonalität: Chlorophyll-a-Gehalte (0,3   mg/m³ – 45,8   mg/m³)  wiesen auf eine deutliche Frühjahrsblüte und mehrere Algenblüten im Sommer hin. Die suspendierten Schwebstoffe (0,1   gm−3  – 10,0   gm−3)  und gelösten organische Stoffe (0,01   1/m – 0,94   1/m)  erreichten im Sommer die höchsten und im Herbst/Winter die niedrigsten Werte. Suspendierte Schwebstoffe (-1,3   g/m³)  und Chlorophyll-a (-3,4   mg/m³)  tendierten von 2003–2011 zu einer leichten Abnahme, die gelösten organischen Stoffe zeigten keinen klaren Trend. Die Chlorophyll-a Ableitung über MERIS war im Vergleich zu insitu Messungen etwa 20 % höher. Die anderen Wasserinhaltsstoffe (suspendierte Schwebstoffe und gelöste organische Stoffe) wurden qualitativ ausgewertet. Diese Analyse stellt eine erste Zeitreihe über den gesamten See und zu allen Jahreszeiten dar. Die Größe und Form des Kummerower Sees machen ihn zu einem geeigneten See für die Validierung von Fernerkundungsansätzen. Aktuelle und zukünftige Satelliten, insbesondere der Sentinel-Missionen, werden weitere wertvolle Informationen liefern, um die Fernerkundung in das Seenmonitoring zu integrieren.